Klassische Einrichtungsstile: etwas Geschichte (Teil 3)

Ampir

Erscheinungsbild: Anfang des XIX. Jahrhunderts.

Stilmerkmale: Monumentalität, Feierlichkeit, Luxus, kriegerische Attribute (Symbolik) in der Ausstattung.

Überblick: Das Kaiserreich wurde in Frankreich während der Regierungszeit von Kaiser Napoleon I. geboren, daher ist seine Übersetzung logisch – es ist ein „imperialer“ Stil. Die Aufgabe des Imperiums war es, die Größe und Macht des Herrschers zu zeigen. Die Dekoration ist also sehr streng und feierlich. Die Dekoration hat viele militärische Attribute und Symbole: Schwerter, Helme, Spaten, Banner, Adler und Löwen. Nica, die Siegesgöttin, kann man oft in Skulptur und Malerei sehen.

Klassische Einrichtungsstile: etwas Geschichte (Teil 3)

Der Stil ist recht eklektisch – er dient auch dazu, die Größe des Kaisers zu demonstrieren. Die Ausdehnung des napoleonischen Reiches ließe sich gut anhand von inneren Anleihen, beispielsweise aus der ägyptischen Kultur, veranschaulichen. In Innenräumen findet man sie in Form von Sphinxen, Hieroglyphen und Ornamenten.

Die Farben des Stils sind reichhaltig: Rot, Smaragd, Schwarz, Gold und Wenge.

Modern oder Jugendstil

Klassische Einrichtungsstile: etwas Geschichte (Teil 3)

Erscheinung: Ende des XIX. Jahrhunderts.

Charakteristische Merkmale des Stils: glatte Linien, Stilisierung, natürliche Motive, Stileinheit im Inneren.

Beispiele: Pariser Metro, Les Aryum und Guimar in Paris, Casa Batlló in Barcelona, Sagrada Familia (Gaudi).

Beschreibung: Ein frischer Schluck in Architektur und Innenarchitektur. Eleganter und sinnlicher Stil. Glatte Linien, Ablehnung der Symmetrie, Nachahmung natürlicher Formen und Farben, Bestreben, aus der Heimdekoration ein Kunstwerk zu machen.

Bevorzugte Stilmaterialien sind Holz, Glas und Metall. Dank der industriellen Revolution war es möglich, diesen Materialien jede beliebige Form zu geben.

Der Stil ist sehr ausdrucksstark, Textilien werden in ihm wenig verwendet. Sie versuchen, leichte Stoffe zu nehmen. Die Farben im Inneren sind so natürlich wie möglich, denn die Idee des Stils in der Nähe der Natur. Deshalb „ja“ zu Schokolade, Sand, Olive, Blau, Schwarz. Aber die zu hellen Farben werden aus dem Bild verschwinden.

Art déco

Klassische Einrichtungsstile: etwas Geschichte (Teil 3)

Erscheinungsbild: Anfang 20. Jahrhundert.

Stilmerkmale: Helligkeit, Luxus, klare Linien, teure und exotische Materialien, Fließfähigkeit, Eklektizismus.

Beispiele: Chrysler Building in New York, Metrostation Majakowskaja, Theatre des Champs-Elysées in Paris.

Überblick: Ar Deco entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Der Kriegsdüsterkeit und Zerstörung überdrüssig, beschlossen Architekten und Designer, mehr Sorglosigkeit und Freude ins Leben zu bringen.

Interieurs im Art-Déco-Stil beeindrucken durch ihre Kühnheit, ihren Luxus und ihre Eleganz. Manchmal können sie polare Dinge kombinieren: orientalische oder afrikanische Motive und moderne Materialien, avantgardistische Formen mit Elementen von Klassikern.

Ein charakteristisches Stilmerkmal – Geometrie, klare Linien: Zickzack, Stufenübergänge, trapezförmige, runde und dreieckige Formen, „Sonnenlicht“. Es werden nicht die hellsten Farben verwendet, sondern Kontrastfarben, zum Beispiel Schwarz und Gold oder Weiß, Bernstein kombiniert mit Rot. Im Allgemeinen ist die Palette warm und natürlich.

Möbel werden aus teurem Holz hergestellt und in der Regel auf Hochglanz poliert – Art Deco mag glänzende Oberflächen. Die Polsterung besteht aus Leder, wenn möglich aus exotischem Leder, wie Zebra oder Krokodil, wenn nicht, ist sie einfarbig.

Modernismus

Klassische Einrichtungsstile: etwas Geschichte (Teil 3)

Erscheinungsbild: Mitte des 20. Jahrhunderts.

Charakteristische Merkmale des Stils: Verzicht auf die Vergangenheit, Vorteil moderner Materialien gegenüber klassischen, der Hauptgedanke ist die Funktionalität.

Beispiele: Bauhaus-Gebäude, Finland Concert Hall in Helsinki, Villa Savoy in Poissis.

Beschreibung: Der modernste aller dieser Stile. Kam nach dem Art Déco, nach dem Zweiten Weltkrieg, zusammen mit neuen Ideen, Technologie und der Bauhaus-Schule. Designer und Architekten geben die Stile der Vergangenheit auf und beschließen, etwas völlig Neues zu schaffen. Sie spielen mit Raum, Formen, Farbe und Material. Aber der Wunsch ist allen gemeinsam – die Suche nach Funktionalität und der Übergang zur Massenproduktion.

Es werden moderne Materialien verwendet: Stahlbeton, Aluminium, Kunststoff. Aber auch natürliche Materialien, wie Holz und Stein, kommen vor.

Modernistische Interieurs streben nach Minimalismus. Die Möbel sind einfach, mit direkten Linien, Massenproduktion. Es gibt nur wenige und funktionelle Textilien, keine Kissen für Kissen. Das Farbschema betrifft sie auch. Helle, schreiende Farben sind in der Moderne selten. Im Wesentlichen ruhige Farben: beige, braun, hellgrün, grau usw.

Viele dieser Stile können in ihrer ursprünglichen Form in der modernen Realität kaum reproduziert werden. Es ist zum Beispiel sehr schwierig, sich romanische oder gotische Stile in unseren Wohnungen vorzustellen, selbst in großen. Aber Sie können sich von ihrer Atmosphäre inspirieren lassen, sich einige Züge leihen. Und vielleicht wird bei Ihnen zu Hause ein neuer Stil geboren. Im Inneren, wie nirgendwo sonst, ist alles Neue ein gut vergessener alter Stil.